VERANSTALTUNGEN

3. Konferenz
»Frauen in Führungspositionen«

19.10.2016
Berlin, Bundeskanzleramte

Zum dritten Mal hat Bundeskanzlerin Angela Merkel rund 100 weibliche Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie weibliche Nachwuchskräfte aus naturwissenschaftlich-technischen Fächern ins Kanzleramt eingeladen. Sie erinnerte daran, dass man bei der ersten Konferenz im Mai 2013 über die Einführung einer seinerzeit noch heiß umstrittenen Frauenquote diskutiert habe. Seit Januar 2016 gelte nun die Quote für Aufsichtsräte.

Für die seither neu zu besetzenden Aufsichtsratsposten der etwa 100 börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen sei auch immer eine Frau gefunden worden. »Ich denke, das geht auch so weiter, bis 2020 die letzten turnusmäßigen Aufsichtsratswahlen durchgeführt sind. Und das Land ist dann immer noch sehr fit und erfolgreich«, bemerkte die Kanzlerin.

Bei den Unternehmen, die verpflichtet seien, sich Ziele zu setzen, um damit ein Nachwachsen weiblicher Führungskräfte zu ermöglichen, gebe es leider auch solche, die sich die Ziellinie Null gesetzt hätten. Dazu wolle sie dann auch im Namen von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagen, dass »wir dafür null Verständnis haben«, betonte die Kanzlerin.

»Das Frage des Zeitmanagements – Zeit für die Familie, Zeit für den Beruf – ist vielleicht eine, die uns in den nächsten Jahrzehnten mit am meisten beschäftigen wird«, sagte Merkel. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, baue der Bund die Kinderbetreuung weiter aus. Bundesfamilienministerin Schwesig betonte, dass Arbeiten in Teilzeit ein höheren Stellenwert bekommen müsse – auch in Führungspositionen. Teilzeit dürfe nicht länger als Karrierekiller gelten.

In der Diskussion darüber, wie unbewusste Stereotype sich auf die Karriere von Männern und Frauen auswirken, wurde auch über Verantwortung und Angst vor Fehlern gesprochen. Das sei durchaus berechtigt, erklärte die Kanzlerin. Aber das größte Risiko, so Merkel weiter, liege doch in Fehlern, die man in der Erziehung von Kindern mache. Fehler in der Sacharbeit könnten weitaus weniger folgenschwer sein als das, was man in der Familienarbeit mache. Deshalb solle dieses Thema im Erwerbsleben nicht überhöht werden.